neidkopf.de

Modernes Symbol der 70er

Auch im Mittelalter wollten die Menschen der Welt aus Verdruss manchmal die Zunge herausstrecken. Kam es zum Beispiel beim Bauen zu Unstimmigkeiten zwischen Bauherrn und der Stadt oder ärgerte einen der Nachbar, verschaffte ein »Neidkopf« am Haus oder Tor dem Verärgerten wohl oft etwas Genugtuung.

In Deutschland ist die höchste Form der Anerkennung der Neid.
(Schopenhauer)

Als Neidköpfe bezeichnet man in der Regel Tierköpfe und Fratzen, die man an zahlreichen historischen Gebäuden (hauptsächlich Fachwerkhäusern) erkennen kann. Sie wurden meistens ins Holz geschnitzt oder in Stein gemeißelt und sollten nach altem Aberglauben die im Westen hausenden Dämonen bannen.

Der Begriff Neidkopf bzw. Neidstange basiert auf dem althochdeutschen Wort »nid« für Hass, Zorn, Neid. Zu den Übeln, gegen die man sich wehren musste, gehörten im Mittelalter neben dem »böse Blick» auch der Neid. Die grimmig dreinblickenden Köpfe an Fachwerkhäusern bleckten den Neidern oft die Zunge. Als Giebelkopf, Eckpfosten und Fenstererkerkopf sollten sie auch vor Blitzstrahl und Feuersbrunst schützen.

Neidkopf Neidkopf Neidkopf Neidkopf

Die Anzahl unserer Neider bestätigt unsere Fähigkeiten. (Oscar Wilde)